02 October 2026
Eine Darstellung seiner Toleranzideen im Dialog mit Figuren des Basler Münsters
Wie entwickelte Sebastian Castellio seine zukunftsträchtigen Toleranzideen – zu einer Zeit, als Muslime und Juden verteufelt und dissidente Christen als «Ketzer» vertrieben und hingerichtet wurden? Dieser Frage geht Christine Christ-von Wedel mit einem ungewöhnlichen Zugang nach: Mit Blick auf die Skulpturenkunst des Basler Münsters beleuchtet sie die mittelalterliche Tradition, in der der begabte Bauernsohn Castellio aufwuchs. Eingängig erörtert die Autorin die philosophisch-theologischen Hintergründe von Castellios toleranter Lebenshaltung, die er anders als Luther und Calvin auch durchhielt, nachdem ihm und seinem Umfeld sein Ruf zu Gewissens- und Religionsfreiheit und zu einem menschlichen Umgang nichts nützte. Sogar, als sie ihn persönlich in Gefahr brachte, selbst als «Ketzer» zu enden, blieb er bei seiner Haltung.
Schriften der Internationalen Castellio Gesellschaft, 7
Christine Christ-von Wedel
Am Mittwoch, 4. November 2026, um 17:30 Uhr findet im Kollegienhaus der Universität Basel (Hörsaal 102, Petersplatz 1, 4001 Basel) eine Vernissage statt, bei der neben dem Lesebuch auch die Monographie sowie «De haereticis non puniendis – Ketzer dürfen nicht bestraft werden» vorgestellt werden.