Sinnbilder im Sakralraum: Die Kirche in Lucklum

30 March 2020

Ein Kompendium der geistlichen Emblematik der Frühen Neuzeit, herausgegeben von Johann Anselm Steiger, Michael Schilling und Stefanie Arend.

Die Kirche zu Lucklum beherbergt eine herausragende, fast lückenlos überlieferte und äußerst umfängliche Bild- und Inschriftenausstattung aus dem frühen 18. Jahrhundert. Sie umfaßt 156 Sinnbilder mit 210 Inschriften. Für diese Artefakte wurden Vorlagen verwendet, die größtenteils aus Emblemwerken übernommen wurden, die im damaligen deutschen Sprachraum gängig waren. Allerdings haben zahlreiche Text-Bild-Kombinationen ihren Ursprung außerhalb des deutschsprachigen Kulturraumes (Italien, Flandern, Niederlande, Frankreich, Spanien etc.), was zur Folge hat, dass der Lucklumer Kirchenraum eine frühneuzeitlich-europäische Kunstform kompendienartig repräsentiert und heterogene konfessionelle Impulse (lutherische, römisch-katholische und reformierte) zusammenführt.

In der vorliegenden Dokumentation werden erstmalig sämtliche Lucklumer Emblemgemälde ihren Vorlagen gegenübergestellt und einer minutiösen Deutung unterzogen. Berücksichtigung finden hierbei die einschlägigen wissens- und bildgeschichtlichen wie auch theologie-, frömmigkeits- und predigthistorischen Kontexte. Besonderes Interesse gilt ferner der Frage, in welcher Weise die Inschriften und Gemälde das Kircheninnere als Gottesdienst- und Meditationsraum strukturieren und ihm ein einmaliges Gepräge verleihen.

 

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